Kühlflüssigkeit prüfen und ersetzen
Kühlflüssigkeit prüfen

Auch bei Fahrzeugen mit Check-Control, die zu niedrigen Kühlmittelstand durch Aufleuchten einer Kontrollleuchte anzeigt, sollte in regelmäßigen Abständen der Flüssigkeitsstand im Ausgleichbehälter im Motorraum kontrolliert werden.

  • Nur bei stehendem Motor läßt sich der Kühlmittelstand exakt kontrollieren.
  • Der Flüssigkeitsstand ist im durchscheinenden Ausgleichbehälter auch bei geschlossenem Deckel leicht von außen zu sehen. Er muß bei kaltem Motor etwas über der "Kalt"-Markierung stehen.
  • Bei betriebswarmem Motor steigt der Kühlmittelspiegel und sinkt beim Abkühlen des Motors wieder ab.

Kühlmittel nachfüllen

Merklicher Kühlmittelverlust ist ein Zeichen für eine Störung oder einen Defekt. Die Kühlflüssigkeit wird nicht verbraucht und kann im geschlossenen Kühlsystem auch nicht verdampfen. Lediglich bei Überhitzung des Motors kann etwas Kühlmittel zum Verschlußdeckel herausdrücken. Was bei Kühlmittelverlust zu tun ist, steht auf der folgenden Seite.

  • Wird der Verschlußdeckel des Ausgleichbehälters bei heißem Motor geöffnet, besteht Verbrühungsgefahr - deshalb äußerste Vorsicht walten lassen:
  • Deckel mit Handschuh oder Lappen langsam zunächst eine Umdrehung öffnen und den Überdruck aus dem Kühlsystem entweichen lassen. Erst dann den Deckel vollends abschrauben.
  • Wird nur Wasser nachgefüllt, verdünnen Sie den Frostschutz allmählich, daher evtl. gleich etwas Frostschutz mit einfüllen.
  • Nicht über die Marke (siehe vorigen Abschnitt) nachfüllen; das Kühlmittel dehnt sich bei Erwärmung aus, und die Mehrmenge entweicht aus dem System. 0 Kleinere Flüssigkeitsmengen können Sie sowohl bei warmem wie kaltem Motor in den Nachfüllbehälter eingießen.
  • Bei erheblichem Wasserverlust und heißer Maschine kein kaltes Wasser in den Ausgleichbehälter nachfüllen. Durch den >Kälteschock« kann sich der Zylinderkopf verziehen oder der Motorblock reißen.

Achtung: Mit völlig kalkfreiem Wasser, Regenwasser, destilliertem (kondensierten) oder entsalztem (lonengetauschten) Wasser tun Sie Ihrer Kühlanlage keinen Gefallen. Diese Wasserarten wirken korrosiver als normales, kalkarmes Trinkwasser, da ihnen die natürlichen neutralisierenden Stoffe fehlen.

Im Kühlsystem sorgt nicht allein klares Wasser für die notwendige Abkühlung des Motors, sondern eine Mischung von Frost- und Korrosionsschutzmittel sowie Wasser. Man spricht daher auch besser von Kühlflüssigkeit oder Kühlmittel. Das Mischungsverhältnis beträgt für mitteleuropäische Verhältnisse 2:3, in nordischen Ländern 1:1.

Motor

Gefrierschutz bis

Wasser

Frostschutzmittel

Achtventiler

-25 C

4,9l

2,5l

 

-35 C

3,7l

3,7l

16v

-25 C

4,6l

2,3l

 

-35 C

3,4l

3,5l

 

Als Frostschutzmittel dient gewöhnlich Äthylenglykol - eine Flüssigkeit auf Alkoholbasis, die nicht verdampft oder verdunstet. Genauso wichtig wie der Gefrierschutz ist im Kühlmittel auch der Korrosionsschutz, der verhindert, daß sich im Kühlsystem Kesselstein, Rost und andere Korrosionsprodukte bilden, die als schlechte Wärmeleiter die Kühlung vermindern - der Motor könnte überhitzt werden. Das werksseitig eingefüllte Frostschutzmittel mit Korrosionsschutz soll deshalb auch nicht im Frühjahr abgelassen und durch klares Wasser ersetzt werden. Zwar verschlechtert das Frostschutzmittel die Wärmeabführung, aber andererseits erhöht es den Siedepunkt um etwa 5°C.

Jeder Metzger lobt seine Wurst, deshalb empfiehlt Opel das eigene Frostschutzmittel mit der General-Motors Spezifikation GMEL6368. Wir sind in diesem Punkt nicht so markengläubig und würden jedes Gefrierschutzmittel nehmen, das auch eine Korrosionsschutzbeimischung enthält. Die Produkte verschiedener Hersteller lassen sich ohnehin gefahrlos untereinander mischen. Am preisgünstigsten ist das Frostschutzmittel aus dem Faß der Tankstelle. Lesen Sie aber sicherheitshalber die entsprechende Mischungstabelle des jeweiligen Herstellers durch.

Frostschutz prüfen

Zum Nachprüfen der Kühlmittel-Frostfestigkeit brauchen Sie einen Hebe-Messer (Spindel, Aerometer). Damit wird das spezifische Gewicht der Flüssigkeit gemessen. Durch unterschiedliche Zugabe von Korrosionsschutzmitteln sind die spezifischen Gewichte der einzelnen Frostschutzprodukte nicht gleich. Für eine absolut genaue Messung brauchen Sie eine auf das eingefüllte Gefrierschutzmittel abgestimmte Spindel. Im Zweifelsfall ziehen Sie vom ermittelten Wert eine Meßtoleranz von 2-30C ab.

  • Etwas Kühlmittel aus dem Ausgleichbehälter ansaugen, die Spindel muß frei schwimmen können.
  • Je nach spezifischem Gewicht der Flüssigkeit taucht die Spindel mehr oder minder tief ein.
  • An der Skala ablesen, wie weit der Gefrierschutz reicht. 0 Manche Frostschutzprüfer haben Zeiger, an denen die Frostfestigkeit abgelesen werden kann.

Frostschutzkonzentration einstellen

Meist stellt sich heraus, daß die Konzentration des Gefrierschutzmittels nicht mehr ausreicht. Dann muß etwas Frostschutzmittel nachgefüllt werden; grob über den Daumen gepeilt etwa 1 Liter für einen um 10°C erweiterten Gefrierschutz.

  • Wanne unter den Wagen stellen.
  • Unteren Wasserschlauch am Kühler abnehmen, 1 bis 2 Liter Kühlmittel ablassen.
  • Schlauch wieder montieren.
  • Entsprechende Menge unverdünntes Frostschutzmittel eingießen und mit der aufgefangenen Kühlflüssigkeit nachfüllen.

Achtung: Angebrochenes Gefrierschutzmittel altert, wenn es offen herumsteht. Deshalb in ein verschließbares Gefäß umfüllen, dieses beschriften und vor Kinderhänden gesichert aufbewahren.

Kühlerfrostschutzmittel ist giftig, es darf deshalb nicht einfach in die Kanalisation geschüttet werden. Stattdessen in ein gesondertes Gefäß füllen und zum Sondermüll geben (Annahmestelle bei der Gemeindeverwaltung erfragen).

Das Äthylenglykol im Frostschutzmittel ist enorm kriechfähig. Das kann zur Folge haben, daß nach der Neubefüllung mit Gefrierschutzmittel undichte Stellen zutage treten, die bislang noch von Kalk- und Korrosionsansatz abgedichtet waren.

Kühlsystem auf Dichtigkeit prüfen

  • Schläuche am Kühler und Motor dicht, auch die dünneren zur Heizanlage und zum Drosselklappenstutzen? 0 Schläuche rissig? Durch Kneten feststellen, ob die Wasserschläuche hart und spröde sind - dann umgehend austauschen.
  • Sitzen die Schlauchenden nicht zu knapp auf ihren Stutzen? 0 Sind die Spannschrauben der Schlauchschellen festgezogen?
  • Verrostete Schlauchschellen können unvermutet und bei vollem Betriebsdruck im Kühlsystem nachgeben. Deshalb umgehend auswechseln!
  • Die Werkstatt kontrolliert die Dichtheit der Kühlanlage mit einer speziellen Handluftpumpe mit Druckmesser.
  • Dieses Gerät wird auf die Ausgleichbehälteröffnung gesetzt und ein Druck von 1 bar aufgepumpt.
  • Fällt der Skalenzeiger nicht innerhalb von ein bis zwei Minuten, ist das Kühlsystem dicht.




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